Wenn wir von „Lu Cha“ (绿茶) sprechen, meinen wir einfach grünen Tee auf Chinesisch. Doch hinter diesen zwei Silben verbirgt sich weit mehr als nur ein Heißgetränk: Es handelt sich um die älteste, meistkonsumierte und sorgfältigste Teesorte in ganz China.
Im Gegensatz zu schwarzem oder Oolong-Tee wird Lu Cha nicht fermentiert. Dieses technische Detail bewahrt alle seine Antioxidantien und seine charakteristische pflanzliche Frische.
Das Geheimnis seiner Herstellung: die grüne Farbe unmittelbar nach der Ernte fixieren.
Um das Profil einer Lu Cha zu verstehen, muss man betrachten, was unmittelbar nach der Ernte der Knospen und jungen Blätter geschieht. Um die natürliche Oxidation zu verhindern, wendet der Produzent sofort intensive Hitze an. Dies ist das Stadium der Shaqing (die „Tötung des Grüns“).
In China erfolgt dieser Trocknungsprozess traditionell in großen, mit Holz oder Gas beheizten Metallwoks. Diese Methode verleiht dem Tee einen runden Charakter mit Noten von gerösteten Nüssen und Kastanien sowie einer subtilen pfeffrigen Süße. Im Gegensatz dazu wird in Japan Dampf verwendet, wodurch Tees mit einem deutlich stärkeren maritimen und jodigen Charakter entstehen.
Dieser Schritt im Wok bewahrt Folgendes:
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Catechine (insbesondere EGCG) : starke Antioxidantien, die oxidativem Stress entgegenwirken.
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L-Theanin Eine Aminosäure, die die Konzentration fördert und gleichzeitig das Nervensystem beruhigt.
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: verantwortlich für seine leuchtende Farbe und reinigende Wirkung.
Nicht alle chinesischen Grüntees sind gleich. Je nach Region, Bodenbeschaffenheit und dem Können des Teemeisters variieren die Aromaprofile drastisch.
Long Jing (Drachenbrunnen)
Dies ist der unbestrittene König der chinesischen Grüntees, ursprünglich aus Hangzhou. Seine Blätter werden von Hand geformt und vollständig an den Wokwänden flachgedrückt. In der Tasse entfaltet er reichhaltige Noten von gerösteter Haselnuss und Kastanie und einen bemerkenswert feinen Abgang.
Bi Lo Chun (Grüne Frühlingsschnecke)
Dieser in der Provinz Jiangsu geerntete Tee ist an seinen kleinen, eng spiralförmig gerollten Blättern mit weißem Flaum erkennbar. Da Teepflanzen oft zwischen Obstbäumen (Pfirsich, Pflaume) wachsen, nimmt Bi Lo Chun deren Aromen auf und entwickelt so ein sehr blumig-fruchtiges Geschmacksprofil.
Anji Bai Cha
Trotz seines Namens („Anji-Weißtee“) handelt es sich hierbei eigentlich um Lu Cha. Er wird aus einer seltenen Teepflanzenart hergestellt, deren junge Triebe im Frühjahr fast weiß sind. Reich an L-Theanin und arm an Polyphenolen, ist er ein außergewöhnlich milder Tee ohne jegliche Bitterkeit.
Wie bereitet man Lu Cha zu, um Bitterkeit zu vermeiden?
Der häufigste Fehler ist, die Blätter zu kochen. Lu Cha ist empfindlich: Zu heißes Wasser löst sofort die Tannine heraus und überdeckt die feinen Aromen.
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Die Wassertemperatur Die Temperatur sollte zwischen 70 °C und maximal 80 °C liegen. Falls Sie keinen Wasserkocher mit Temperaturregelung besitzen, lassen Sie das kochende Wasser 5 Minuten lang im offenen Wasserkocher stehen.
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Die Dosierung : Rechnen Sie mit etwa 3 Gramm Blättern auf 20 bis 25 cl Wasser.
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Die Ziehzeit Bei der westlichen Methode (in einer Teekanne) genügen 2 bis 3 Minuten. Bei der traditionellen Methode (Gongfu Cha), entscheiden Sie sich für einen Glasbehälter oder einen Gaiwan, mit kurzen Infusionen von 30 bis 45 Sekunden, die Sie 4 bis 5 Mal wiederholen können.
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Der visuelle Trick Bereiten Sie es in einem großen, klaren Glas zu. Zu beobachten, wie sich die Lu-Cha-Blätter entfalten und langsam auf den Boden des Glases sinken, ist ein wesentlicher Bestandteil des Genusses beim Verkosten.
Lu Cha in Ihren Alltag zu integrieren bedeutet, eine einfache Geste anzuwenden, um Ihren Stoffwechsel anzukurbeln, Ihren Geist am Nachmittag zu klären und sich eine echte Sinnespause zu gönnen.

