Angesichts der Tatsache, dass die Stärkung des Immunsystems ein wichtiges Thema der öffentlichen Gesundheit darstellt, bietet die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) eine Fülle von Heilpflanzen, die zunehmend intensiv erforscht werden. Dieser Artikel untersucht fünf Pflanzen aus der chinesischen Tradition anhand aktueller wissenschaftlicher Daten, um ihr immunmodulatorisches Potenzial, ihre Wirkmechanismen und zu beachtende Vorsichtsmaßnahmen zu erforschen.
+1 Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die auf jahrtausendelanger Erfahrung beruht, bietet insbesondere Wurzeln, Pilze und Früchte an, die das Qi und die Abwehrkräfte des Körpers stärken sollen. Für einige dieser Mittel beginnt die moderne Wissenschaft, plausible molekulare Mechanismen zu beschreiben.
Pflanze 1: Astragalus membranaceus (HuangQi) Astragalus ist eine der symbolträchtigsten Pflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sein wichtigster bekannter Wirkstoff ist das Astragalus-Polysaccharid (APS), das aus der Wurzel gewonnen wird. Ein 2022 veröffentlichter Übersichtsartikel lieferte einen umfassenden Überblick über seine immunmodulatorischen Wirkungen: APS stimuliert lymphatische Organe (Knochenmark, Milz, Thymus), Makrophagen, dendritische Zellen sowie T- und B-Lymphozyten und fördert die Expression von Zytokinen und Chemokinen.
PubMed
+1 Eine 2023 veröffentlichte Metaanalyse quantifizierte die Wirkung von Astragalus auf die humorale und zelluläre Immunität: eine signifikante Abnahme proinflammatorischer Zytokine (IL-2, IL-4, IL-6, IL-10, TNF-α, IFN-γ) (SMD −2,8765, 95 %-KI: −3,2385 bis −2,5145, p < 0,0001) und ein Anstieg des CD4/CD8-Verhältnisses (SMD 2,4629, 95 %-KI 1,9598–2,9661).
Karger PublishersDiese Ergebnisse deuten auf eine regulatorische Wirkung hin: Astragalus „stimuliert“ die Immunantwort nicht einfach, sondern scheint sie in Richtung eines Gleichgewichts zu modulieren. Es ist jedoch anzumerken, dass die Autoren auf eine signifikante Heterogenität der Studien hinweisen.
Mechanistisch hemmt APS den NF-κB-Signalweg, moduliert die Makrophagenaktivierung, fördert die M1-Polarisierung von Makrophagen und wurde sogar als potenzielles Adjuvans in der Krebsimmuntherapie untersucht.
link.springer.com
+1 In der Praxis: Diese Pflanze kann zur Unterstützung des Immunsystems eingesetzt werden, insbesondere in Zeiten von Stress oder Erschöpfung. Die Homogenität der Extrakte, die Standardisierung und die Qualität klinischer Studien sind jedoch weiterhin begrenzt.
Pflanze 2: Ganoderma lucidum (Lingzhi/Reishi)
Reishi ist ein bedeutender Heilpilz der östlichen Tradition. Zwei wichtige Gruppen bioaktiver Verbindungen werden hervorgehoben: Polysaccharide (GLP) und Triterpene. Ein Review aus dem Jahr 2025 untersuchte seine immunmodulatorischen Effekte entlang der Darm-Leber-Hirn-Achse und betonte die Fähigkeit dieses Pilzes, Makrophagen, NK-Zellen und T-Lymphozyten zu aktivieren sowie die Darmmikrobiota zu modulieren. Dadurch werden die Darmbarriere und die systemische Immunität gestärkt.
MDPI
In einem Tiermodell (aggregierende Fische) führte die Injektion von GLP in einer Konzentration von 6–8 mg/ml zu einer signifikanten Verbesserung der Gesamtplasmaproteine, der Katalase-, Superoxiddismutase- und Lysozymaktivität.
Frontiers
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Reishi ein vielschichtiges immunmodulatorisches Profil aufweist: Es stimuliert nicht nur die angeborene Immunität, sondern birgt auch das Potenzial zur Regulation über die Mikrobiota und zur Reduktion von oxidativem Stress. Es könnte für die allgemeine Immununterstützung relevant sein, insbesondere im Zusammenhang mit chronischer Müdigkeit oder einem Ungleichgewicht zwischen Darm und Immunsystem.
Pflanze 3: Schisandra chinensis (WuWeiZi)
Schisandra, auch „Fünf-Aromen-Beere“ genannt, ist weniger gut erforscht als die beiden vorherigen Pflanzen, weckt aber aufgrund ihrer immunaktiven Polysaccharide zunehmendes Interesse. Eine 2018 veröffentlichte (und in nachfolgenden Übersichtsarbeiten zitierte) Übersichtsarbeit zu Schisandra-Polysacchariden weist auf ein breites Wirkungsspektrum hin – antioxidativ, entzündungshemmend und immunmodulierend.
ResearchGate

